Ehrenpreis

Neben den Preisen für Oberösterreichs erfolgreiche SchülerInnen, LehrabsolventInnen und StudentInnen wird auch jedes Jahr ein Ehrenpreis vergeben.
 
Der Ehrenpreis geht an Menschen mit einem besonderen Lebenswerk. Bisher wurden ausgezeichnet:

 

Univ.-Doz. Dr. Marcus Riccabona (2016)

Dr. Marcus Riccabona wurde 1946 in Innsbruck geboren. Nach der Matura ging er ein Jahr in eine Missionsstation als Entwicklungshelfer nach Zimbabwe und begann im Anschluss sein Medizinstudium in Innsbruck. In Linz absolvierte er im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern die Facharztausbildung zum Urologen, mit Schwerpunkt Kinderurologie. Hier gründete er 1992 das Department für Kinderurologie. Diese Abteilung leitete er nach seiner Habilitation in Urologie mit Schwerpunkt Kinderurologie  bis 2012.

2005 startete das humanitäre Projekt „ Padiatric Urology Team Austria for Eritrea“ in Asmara, Eritrea. In dem Land mit der weltweit höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit.

Dr. Riccabona konnte durch die Zusammenarbeit mit dem Hammer Forum in Deutschland, durch  tatkräftige , finanzielle Unterstützung namhafter NGO`s, so wie des Rotary Clubs-Linz Altstadt, ein entsprechendes Spital   einrichten, mit Operationssaal und notwendigen Nebenräumen  wie auch ein Eltern – Kinderhaus errichten.  Seither fliegt  Dr. Riccabona mit einem ganzen Team aus Ärzten und Kinderkrankenschwestern jährlich zweimal,  nach Asmara um zu helfen, zu behandeln, zu operieren und  das heimische Personal  vor Ort auszubilden und baut so gemeinsam mit diesen hilfsbereiten Menschen  die Grundlage für eine neue Zukunft . Das waren bis jetzt 22 Einsätze ( Dauer mindestens je eine Woche), über 800 Kinder wurden operiert, über 2000 begutachtet und entsprechend behandelt, sowie 40 kleine Patienten mit komplexen Problemen über Patenschaften nach Linz ins Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern gebracht und hier operiert.

Generaldirektor Dr. Dionys Lehner (2015)

Dionys Lehner wurde 1942 in Luzern geboren. Er hat sein Betriebs- und Volkswirtschaftsstudium an der Universität Zürich 1970 mit einem Doktorat aus dem Gebiet der öffentlichen Finanzen abgeschlossen und 1970-1972 mit einem MBA an der Harvard-Business-School ergänzt.

1977 wurde ihm die Leitung der Kleinmünchner Spinnerei, das traditionsreichste Unternehmen der oberösterreichischen Industrie übertragen. Dr. Lehner wurde mit 34 Jahren in dieser Sanierungsposition bei der Linz Textil mit einer „Blanko-Handlungskompetenz“ ausgestattet: Erfolg oder Schließung war der Auftrag. Mit dem Einstieg Lehners beginnt eines der markantesten Lehrstücke erfolgreicher Wirtschaftsgeschichte. Seit 1980 macht das Unternehmen nicht nur 35 Jahre hindurch ununterbrochen Gewinne, sondern Dionys Lehner hat in einer der schwierigsten und global umkämpftesten Branchen der Industrie, der Textilindustrie, den Standort Linz und Oberösterreich erfolgreich verteidigt und das in „Linz Textil“ umbenannte Unternehmen zum größten Textilbetrieb Österreichs gemacht, der mehr produziert als die gesamte Schweizer Textilindustrie. Dr. Lehner hat die betriebswirtschaftliche Grundweisheit, dass man Sanierungsmanager von außen holen muss, glänzend bestätigt. Er hat sein Erfolgsrezept selber erläutert: „Ich habe mir die Aufgabe immer genau angeschaut und die Probleme mit einem Team zusammen zu identifizieren und zu lösen versucht. Da sich die Welt schnell verändert, muss man dann auch schnell zur Umsetzung übergehen. Im textilen Bereich sind diese Veränderungen besonders radikal, sodass der stete Wandel fast ein Zwang ist. Unserer Firma haben wir alle zehn Jahre eine Strukturveränderung verpasst. Zweierlei Rüstzeug ist dazu notwendig: ein starkes Team, das mitzieht, sowie Zeit und Fleiß. Und vor allem: langfristiges Denken… und rasches Handeln.“

 

Anneliese Ratzenböck (2014)

Anneliese Ratzenböck geb. Polz wurde 1934 in Oftering geboren. Die Matura legte sie an der Lehrerinnenbildungsanstalt der Franziskanerinnen in Vöcklabruck mit Auszeichnung ab. In Ermangelung offener Lehrerstellen begann sie beim Finanzamt Linz ihre Arbeit. Seit 1954 ist sie mit Dr. Josef Ratzenböck verheiratet. Sie ist Mutter von 2 Kindern. Schon früh begann sie unter dem Pseudonym „Anneliese Röck“ ihre journalistische Laufbahn mit Kurzgeschichten, Reiseberichten und Beiträgen für den ORF und eine englische Literaturagentur. Ihre umfangreiche literarische Arbeit dokumentiert sich in einer Reihe von Büchern, unter anderem zur Volkskultur im Jahreskreis, sowie auch in Kinderbüchern. Sie ist Mitglied im PEN Club.

1976 übernahm Anneliese Ratzenböck die Goldhauben- Kopftuch- und Hutgruppen als Landesobfrau. Die Organisation hatte damals 2000 Mitglieder. Als sie im Jahre 2000 die Funktion in jüngere Hände übergab, konnte Sie auf 18.000 Mitglieder verweisen. Parallel dazu begann auch ihr Einsatz und ihr Wirken im caritativen Bereich. Dieses wurde ihr zur Lebensaufgabe. Stellvertretend sei aus ihren caritativen Aktivitäten aufgezählt: Die Erholungsaktion für Tschernobyl Kinder, die Gründung einer Lebenshilfegruppe in Linz, ihre Unterstützung des Caritas Kinderdorfes St. Isidor, die Kinderkrebshilfe, der Vorsitz im Kuratorium der MS-Gesellschaft, Projekte in Rumänien und Weißrussland. Auf ihre Initiative geht auch das Forum der Freunde der Caritas in Oberösterreich zurück.

 

em. Univ.-Prof. Dr. Peter Oberndorfer (2013)

 Dr. Peter Oberndorfer wurde 1942 in Linz geboren. Nach der Matura, Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie Gerichtspraxis in Wien und Bad Ischl. Ab 1965 war Dr. Oberndorfer Assistent an der neugegründeten Hochschule für Sozial- u. Wirtschaftswissenschaften bei Herrn Prof. Ludwig Fröhler.
1972 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor für öffentliches Recht am Institut für Verwaltungsrecht und Verfassungsrecht ernannt.  1978  und 1980 wurde er zum Rektor der JKU Linz gewählt.. Die Errichtung der großen Universitätsbibliothek am Campus war eine Initiative von Dr. Oberndorfer

Von 1984 bis 2012 war er neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit, Höchstrichter am österreichischen Verfassungsgerichtshof.
Er schuf ein großes wissenschaftliches Werk, u.a. rund 20 Monographien.  Besonders hervorzuheben ist auch seine Habilitationsschrift von 1971 „Gemeinderecht und Gemeindewirklichkeit“. Das 1983 erschienene Werk „Die österreichische Verwaltungsgerichtsbarkeit“ hat sich als Standardwerk etabliert.  Prägenden Charakter hat auch das Werk  „das österreichische Gemeinderecht- das kommunalrechtliche Standardwerk in Österreich schlechthin.

Dr. Oberndorfer ist auch Herausgeber von „Grundriss der Verwaltungslehre“ und „ österreichische Verwaltungslehre“.
Dem österreichischen Verfassungsgerichtshof gehörte er mehr als 25 Jahre an. Er war dort ständiger Referent und vor allem zuständig für Wirtschafts- u. Umweltrecht.
Seine Arbeit an diesem Höchstgericht zeichnete seine Brillanz in Wort und Schrift, sowie seine präzise und beeindruckende Gedankenschärfe aus.

Ing. Karl Kletzmaier (2012)

Nach einer Maschinenschlosserlehre in der VÖEST konnte er mit einem VÖEST-Stipendium die Maschinenbau-HTL absolvieren. Zurück zur VÖEST wurde Kletzmaier einer der ersten Programmierer in Österreich. Er arbeitet damals auf der legendären ZuseZ23 mit Lochstreifen. 1970 gründete er mit seinem Kollegen Gunther Krippner die Firma „Krippner und Kletzmaier elektronikbau“, 1987 benennen sie ihre Firma in KEBA um. Heute hat das Unternehmen rund 800 Mitarbeiter, seinen Hauptsitz in Linz und Niederlassungen in den USA, in mehreren Ländern Europas sowie in Asien, unter anderem ein richtungsweisendes Joint Venture mit der China Banknote Printing and Minting Corporation in Peking. KEBA ist führender Spezialist für Industrie-, Bank- und Dienstleistungsautomation, sowie Energieautomation. KEBA hat wesentlich zum Ruf von Oberösterreich und Linz als Hochtechnologie-Standort beigetragen.

Ing. Kletzmaier wurde 2003 von der OÖ Landesregierung zum Vorsitzenden des Rats für Forschung und Technologie berufen. Unter seiner Leitung wurden viele wissenschaftliche Projekte mit einzelnen Instituten der JKU durchgeführt. Seit Beginn des Software Competence Centers Hagenberg (SCCH) ist die KEBA industrieller Partner des Austrian Center of Competence in Mechatronics (ACCM). 2005 verlieh die Johannes Kepler Universität Karl Kletzmaier den Titel Ehrensenator.

Univ.-Prof.in Dr.in Irene Dyk-Ploss (2011)

Nach der Matura in Gmunden studierte sie Sozioologie, promovierte auf dem Gebiet Betriebssoziologie und habilitierte sich 1981 im Fach Gesellschaftspolitik an der JKU in Linz. Sei leitete von 1992-97 das Zentrum für Fernstudien an der Universität Linz. Von 1997 bis zu ihrer Pensionierung war sie Univ. Prof. am Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik und mit der Leitung von Universitätslehrgängen für Gesundheitsberufe beauftragt.  
Dr.in  Dyk-Ploss war von 1979-96 Mitglied des Oberösterreichischen Landtages. Sie gründete und leitete verschiedene Sozialeinrichtungen, u.a. Kinderschutzzentrum, Einrichtungen für alleinerziehende Mütter, Zentrum Spattstraße. Sie ist seit 2003 Vorsitzende des Gewaltpräventionsbeirates beim Innenministerium. Ihr engagierter Einsatz für Partizipation und Gerechtigkeit dokumentierte sich auch in Seminaren mit rechtsradikalen Jugendlichen. Benachteiligung, gewollte Ungleichheit, Armut, Stigmatisierung, extremistische Übergriffe – die Wahrnehmung und gleichzeitig das Ernstnehmen dieser Realitäten war für Dr.in Irene Dyk-Ploss von Anfang an ihrem wissenschaftlichen, politischen und sozialen Engagement selbstverständlich. Themen die in ihrer Arbeit prägend und herausfordernd waren, stellten die Bereiche „Erschwerte Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt“, „Menschen mit Behinderung und ihre Möglichkeiten in der Gesellschaft“ und „Politische Partizipation von Migranten und Migrantinnen“ dar.

Rudolf Fischerlehner (2010)

Geboren in Steyregg/Mühlviertel, seit 1972 wohnt Fischerlehner mit seiner Familie in Hagenberg. Der ausgebildete Lehrer war 21 Jahre lang als Hauptschuldirektor tätig. 1978 startet er eine Bürgerinitiative, um das 1139 in Hagenberg erbaute Schloss, das als Ruine vor sich hinsiechte, unter Denkmalschutzstellen zu können. 1979 wurde Fischerlehner zum Bürgermeister von Hagenberg gewählt, 2009 legte er, mittlerweile als Ehrenbürger der Marktgemeinde, diese Funktion zurück.
1987 begann er gemeinsam mit dem Mathematiker Bruno Buchberger (EWP-Träger 2003) die Verwirklichung einer Vision – „das Wunder von Hagenberg“. 1989 wurde das mustergültig renovierte Schloss eröffnet und von der JKU übersiedelte das RISC (Research Institute for Symbolic Computation) nach Hagenberg. Mit dem FH-Studiengang „Softwareengineering“ wurde der Grundstock für den Campus Hagenberg der Fachholschulen OÖ gelegt. Inzwischen werden 7 Bachelor- und 9 Masterstudiengänge im Bereich Informatik angeboten. Der Campus Hagenberg gehört zu den Vorzeige-Fachholschulen Österreichs. Einen weiteren Meilenstein setzte Fischerlehner gemeinsam mi der Diakonie Gallneukirchen, er initiierte die Errichtung einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung.

Rektor a.D. Mag. Dr. Gerhard Gäbler (2009)

Geboren 1948 in Fürnitz bei Villach. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Wien und Zürich 1970 Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Anschließend Leitung de Evangelischen Schülerheims in Villach. Wechsel an die Fachschule für Sozialpädagogik in Deutschland 1974 wurde er zum Leiter der Behindertenhilfe im Diakoniewerk, zwei Jahre später zum Konrektor und 1981 zum Rektor und zum Vorsitzenden des Vorstandes berufen.
1990 Promotion zum Dr. phil., in Sonderpädagogik an der Universität Klagenfurt, 1994 Goldenes Ehrenzeichen für die Verdienste um die Republik Österreich“, 1998 Auszeichnung „Konsulent für Soziales durch die Landesregierung“, 2004 „Silbernes Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich“, Mit Ende 2008ist Dr. Gerhard Gäbler aus dem aktiven Berufsleben als Rektor im Diakoniewerk ausgeschieden. Er war 34 Jahre dort tätig. Gäbler hat in den vergangenen Jahrzehnten die diakonische, soziale Landschaft in Österreich stark geprägt und zukunftsweisende Weichen gestellt. 

Dr.h.c. Maximilian Aichern OSB (2008)

Maximilian Aichern wurde 1932 in Wien geboren. Er maturierte am Gymnasium und legte die Gesellenprüfung als Fleischer ab. Als seine Schwester den elterlichen Fleischereibetrieb übernahm, trat Maximilian in das Stift St. Lambrecht-Benediktinerabtei in der Steiermark ein und begann, in Salzburg und Rom zu studieren. 1959 Priesterweihe. Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 im Mariä-Empfängnis-Dom in Linz. Aicherns Wahlspruch: „In caritate servire“ („In Liebe dienen“). Er galt als „Sozialbischof Österreichs“, seine besonderen Anliegen waren die Arbeitswelt und Bildung, hier setzte er sich u.a. stark für den Religionsunterricht ein. Landeshauptmann Dr. Pühringer bei der Laudation anlässlich der Preisverleihung: „Die Aichern-Jahre waren gute Jahre“.

Dr. Johannes Riedl (2007)

Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule erlernte Johannes Riedl den Beruf des Elektroinstallateurs und besuchte im Anschluss daran die Arbeitermittelschule. Im Bischöflichen Lehrerseminar in Linz legte er nach Besuch des Abiturientenlehrganges die Reifeprüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. An der Universität Salzburg studierte er Psychologie und Erziehungswissenschaften und schloss dieses Studium mit der Promotion zum Doktor der Philosophie ab. Im Jahr 1971 erhielt er die Lehrbefähigung für Volksschulen. Er war Lehrer, Professor und Direktor an der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz. Von 1989 bis 2001 war Dr. Johannes Riedl Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Oberösterreich. Er war 11 Jahre lang trug Dr. Johannes Riedl die Verantwortung für 1011 Schulen in Oberösterreich. Er war aber dabei nie ein abgehobener Theoretiker, sondern ein Praktiker mit Bodenhaftung, der wusste wovon er sprach. Er hat in seiner Amtszeit mit hoher Kompetenz und Engagement die Sache der Schüler, der Eltern und der Lehrer vertreten, da er die Schule immer als eine Einheit gesehen hat.

HR Dr. Otto Lackinger (2006)

 Nach Kriegsdienst und 4-jähriger Gefangenschaft in Sibirien absolvierte er das Studium der Geographien und Geschichte in Innsbruck. Durch seine profunden Kenntnisse zur Siedlungsentwicklung und Suburbanisierung im Land Oberösterreich wurde er in den Landesdienst aufgenommen und begann seine Laufbahn in der Abteilung Raumordnung und Landesstatistik. 1967 wurde er Leiter des neu eingerichteten Statistischen Dienstes der Oberösterreichischen Landesregierung und erwarb sich sowohl als Praktiker in der Politikberatung und Informationsbeschaffung, wie auch als Wissenschaftler im Bereich der empirischen Statistik großes Ansehen. 1971 wurde seine wissenschaftliche Kompetenz mit dem Titel eines Honorarprofessors für Demographie an der Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften in Linz gewürdigt. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1984 stellte  sich Otto Lackinger ganz in den Dienst der wissenschaftlichen Arbeit, die er mit seinem Studium einst begonnen hatte. Erb veröffentlichte unter anderem 2 vielbeachtete Monographien: „50 Jahre Industrialisierung in Oberösterreich, 1938-1988, 1945-1955“. „Industriegeschichte der Stadt Linz im 20. Jahrhundert“.

Univ.-Prof. Dr. Ernest Kulhavy (2005)

Ernest Kulhavy schloss seine Studien an der Hochschule für Welthandel in Wien mit dem Doktorat ab. Nach einer Unterbrechung der akademischen Laufbahn in einem Import- und Exportunternehmen und als Diplomat bei interanationalen Organisationen, wurde Dr. Kulhavy 1960 Dozent an der Hochschule für Welthandel und bald darauf Professor an der TU Berlin West. Als Gründungsprofessor der heutigen JKU kehrte er nach Österreich zurück, wo er das heutige Institut für Handel, Absatz und Marketing gründete und später die Funktionen des Dekans der Sozial- und Wirtschafswissenschaftlichen Fakultät sowie des Rektors bekleidete. Professor Kulhavy schaffte es immer, einen starken Bezug zur Praxis herzustellen, was etwa an der Gründung des Exportlehrgang für Praktiker, des LIMA- und des Marketing-Clubs Linz und des Marketingforums Linz sichtbar ist.

Sr. Imma Haidinger (2004)

Schon während des Krieges sah Theresia Haidinger ihre Lebensaufgabe darin, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Für dieses Ziel arbeitete sie auch nach ihrem 1947 erfolgten Eintritt in den Orden der Franziskanerinnen von Vöcklabruck weit über das übliche Ausmaß hinaus weiter. Zuerst war sie als Kindergärtnerin in Linz, wo sie sich mit enormem Einsatz um Nachkriegskinder kümmerte, dann als Leiterin des Hauptschulinternats in Ried im Innkreis tätig. Lange Zeit kümmerte sie sich im Kinderheim in Steinbach am Attersee als Erzieherin und Leiterin um Kinder aus schwierigen Familien und wohnte im sozialpädagogischen Zentrum Spattstraße gemeinsam mit jungen Frauen. Sie wirkte im Exerzitienhaus St. Klara, im Alten- und Pflegeheim in Gallspach und zuletzt in Braunau im Rahmen der Seelsorge und der Hospiz, wo sie ältere Menschen und deren Angehörige oft auf ihrem letzten Weg begleitet. Dabei verlor sie nie ihr Ziel aus den Augen: schwächeren, hilfsbedürftigen und ausgegrenzten Menschen im all ihrer Kraft zu helfen.

 

Prof. Dr. Bruno Buchberger (2003)

Nach dem Studium der Mathematik, der Promotion und Habilitation war Dr. Bruno Buchberger an der Universität in Innsbruck tätig, bevor er 1974 zum Ordinarius für Mathematik an die heutige JKU berufen wurde, wo er viele Jahre Vorstand des Instituts für Symbolisches Rechnen war. 1991 gründete er den Softwarepark Hagenberg, den er bis heute leitet. Seit einigen Jahren engagiert er sich für die Errichtung einer ähnlichen Einrichtung in Timisoara in Rumänien.
Die Theorie der „Gröbner-Basen“, die Professor Buchberger schon im Rahmen der Arbeit an seiner Dissertation begründete und seither ständig weiterentwickelte, wird international zu den wesentlichsten Errungenschaften der Mathematik des 20. Jahrhunderts gezählt.

Prof.P. Dr. Johannes Schasching SJ (2002)
* 1917, + 2013

Johannes Schasching trat 1937 in den Jesuitenorden ein und studierte Theologie und Philosophie in Innsbruck, Wien und München. Der Promotion 1948 in Innsbruck folgen sozialwissenschaftliche Studien in New York, Chicago und Löwen. Von 1961 bis 1966 war er Provinzial der österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu. Bevor er 1966 zum Rektor des päpstlichen Kollegiums Germanicum et Hungarium in Rom berufen wurde, war er als Dozent in Innsbruck tätig. 1967 wurde er Ordinarius für Soziologie der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, wo er später auch Dekan war. Von 1969 bis 1979 war Pater Schasching Regionalassistent des Generals des Jesuitenordens P. Pedro Arrupe. Als Berater arbeitete Pater Schasching an allen Sozialenzykliken von Papst Johannes Paul II mit. Seine Kommentare sind Standardwerk zur katholischen Soziallehre, er ist einer der bedeutendsten Fachleute auf diesem Gebiet.

O.Univ.Prof. Dr. Anton Zeilinger (2001)

Anton Zeilinger, geboren in Ried im Innkreis, studierte Mathematik und Physik an der Universität Wien, wo er 1973 promovierte und sich 1979 zum Thema „Neutronen und Festkörperphysik“ habilitierte. In den folgenden Jahren war er zuerst als Universitätsassistent am Atominstitut in Wien, als Gastforscher in Grenoble und als Fulbright Fellow und Assistent Professor am MIT und als Extraordinarius an der TU Wien tätig. Gastprofessuren führten Ihn nach Melbourne, Amherst (Mass.), Paris und Cambridge. 1990 wurde er als Ordinarius für Experimentalphysik an die Universität Innsbruck berufen und 1999 an die Universität Wien.
Professor Zeilinger ist einer der weltweit führenden Experten in der Quantenphysik. Durch seine Experimente zur Teleportation von Quanteninformationen wurde er einer breiteren Öffentlichkeit als „Mister Beam“ bekannt. Viele seiner Publikationen sind zu Standardwerken geworden.

Harry Slapnicka (OÖ -Zeitgeschichte) (2000)
* 1918, + 2011

Harry Slapnicka studierte in Prag Jura, Journalistik und Politische Wissenschaften. Nach der Kriegsgefangenschaft kam er auch nach  Linz und wurde Redakteur und Chefredakteur des heutigen „Neues Volksblatt“.
Ab 1971 baute er die Abteilung für Zeigeschichte am Oberösterreichischen Landesarchiv auf und verfasste zahlreiche Publikationen. Als Historiker ist er als Wegbereiter der oberösterreichischen Zeitgeschichte zu bezeichnen. Durch seine konkrete Arbeit mit den Quellen schaffte er es immer, einen ganzheitlichen Blickwinkel herzustellen und zu vermitteln. Seine Werke zu oberösterreichischen Zeitgeschichte sind Standardwerke. Professor Slapnicka hat nie seine Wurzeln, die sich aus seiner bewegten Lebensgeschichte und seinen verschiedenen Wohnorten ergeben, vergessen, sondern sich immer kritisch und umfassend damit auseinandergesetzt.

 

Dr. Hubert Feichtlbauer (Journalismus) (1999)

Nach dem Gymnasium in Ried im Innkreis und dem Studium (Politikwissenschaften und Dolmetsch) in Wien und St. Louis (USA) begann Dr. Feichtlbauer seine äußerst erfolgreiche journalistische Laufbahn. Er arbeite bei der „Rieder Volkszeitung“, beim „Linzer Volksblatt“ und beim „Kurier“, unter anderem als Korrespondent in den USA. Chefredakteur war er beim „Kurier“, bei der „Wochenpresse“ und bei der „Furche“. Von 1984 bis zu seiner Pensionierung war er Leiter der Presseabteilung der Bundeswirtschaftskammer. Heute ist er noch als Kolumnist in der „Furch“ und der „Presse“ sowie als Autor von Büchern aktiv.
Dr. Hubert Feichtlbauer ist zweifelsohne einer der profiliertesten österreichischen Journalisten, vor allem im katholischen Bereich. Er war über lange Jahre Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizisten Österreichs und ist Vorsitzender der Plattform „Wir sind Kirche“.

 

Dr. Franz Starzer (Rotes Kreuz) †(1998)
* 1922, + 2002

Nach seiner Pensionierung als Leiter der Gewerbeabteilung des Landes Oberösterreich übernahm w. Hofrat Dr. Franz Starzer 1988 – anstatt den wohlverdienten Ruhestand zu genießen – für zehn Jahre das Amt des Präsidenten des Roten Kreuzes in Oberösterreich. Die Erhaltung und Förderung der Ehrenamtlichkeit war immer eines seiner großen Anliegen. Dies lebte er auch vor, fast rund um die Uhr war er in Sachen Rotes Kreuz unterwegs. Wochenenden und Feiertage gab es für ihn eigentlich nicht. Durch seinen unermüdlichen Einsatz konnten der Blutspendendienst und das Notarzt-System flächendecken ausgebaut werden. 52 Rotkreuzgebäude wurden unter seiner Ägide neu gebaut. Besonders verdient hat sich Hofrat Dr. Starzer auch um den Ausbau der Hauskrankenpflege und der mobilen Hilfe gemacht, wodurch vielen älteren Mitmenschen ein Gefühl der Sicherheit gegeben werden konnte. Viele Auslandseinsätze bezeugen, dass es ihm auch wichtig war im Ausland zu helfen.

Erzbischof Dr. Alois Wagner (1997)
* 1924, + 2002

Dr. Alois Wagner beendete seine Studien der Philosophie und der Theologie an der Gregoriana in Rom. Nach Oberösterreich zurückgekehrt, wurde er in die Jugendseelsorge berufen. 1959 wurde er Diözesanseelsorger der Katholischen Jugend-Land/Burschen und bald darauf gesamtösterreichischer Zentralseelsorger der Landjugend. Auch als Pastoralprofessor an der Katholisch-Theologischen Hochschule galt sein Interesse vorwiegend der Jugendseelsorge und es kam zu einer Blütezeit der kirchlichen Jugendarbeit. In dieser Zeit begann auch das Engagemen Dr. Wagners für die Entwicklungshilfe in der Dritten Welt, als Beispiel sei nur die Gründung des ÖED genannt.

1969 wurde Dr. Wagner zum Weihbischof der Diözese Linz ernannt, deren Generalvikar er ab 1973 war. 1982 berief ihn der Papst nach Rom zum Vizepräsidenten von COR UNUM, zuständig für die sozialcaritativen Interessen der Weltkirche. In seiner Funktion als ständiger Beobachter der in Rom ansässigen Organisationen der UN hatte Dr. Alois Wagner den Rang des Erzbischofs inne.

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